Nachtwanderung

Der Himmel ist eingehüllt in dunkler Seide, überdeckt von einzelnen Sternen.
Die Nacht ruft nach mir. Ich kann nicht widerstehen, es zieht mich in ihren Bann.
Am Ende des Raumes erblicke ich eine Gestalt. Die Distanz wird kleiner, du bleibst nicht im Fernen.
Schleichend nähere ich mich dir, mein ausgestreckter Arm peilt dich an.

Weißt du, dass ich da bin, kennst du meine Person? Beeilen darf ich mich nicht.
Ich will dich überraschen und in dein erstauntes Gesicht blicken.
Der Pfad den ich gehe scheint unsichtbar, für Menschen nicht existent. Nur ich sehe das Licht.
Mein Herz klopft schneller, so näher ich komme. Kannst du es hören? Du kannst mich nicht fortschicken.

Nur noch wenige Schritte trennen uns, vor mir erstreckt sich eine farblose Fläche.
Trotzdem kann ich dich sehen, jeden einzelnen Partikel. Durch den Spalt finde ich Einlass.
Viele Jahre ist es her seitdem ich diesen Raum betrat. Bunte Wände waren schon immer deine Schwäche.
Das kindhafte Gesicht ist schon längst vergangen. Es ist erwachsen geworden und wurde blass.

Ich zögere nicht, knie mich neben dir nieder. Schön ist es wieder hier zu sein.
Dein Gesicht zeigt Seelenruhe, kleine Muskeln zucken, so wie früher.
Meine Hand erreicht deine Wange, ich würde gern noch länger bei dir sein.
Die Augen blitzen auf, du siehst mich nicht mehr. Schlafe schnell wieder ein, sonst wirst du müder.

verfasst: 25.05.2018

~Mandy

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