Vertrauen(ssache) - Kapitel 1 (Drama, P12)

 Sie spürte plötzlich einen stechenden Schmerz durch ihren Körper ziehen. An der linken Seite ihres Rückens wurde es auf einmal warm und ihr Oberteil klebte sich fest an ihre Haut. Mit weit aufgerissenen Augen stand sie hilflos da, gefangen in dieser Umklammerung. Es war dunkel und ruhig. Wie oft wiederholte sie bereits gedanklich diese Frage. Was passierte hier gerade?

“Roman? Kommst du mal kurz raus?”, hörte besagter junger Mann und drehte sich leicht verwundert um. An der Tür stand Georg. Georg arbeitete seit etlichen Jahren im Sanitätsbereich des örtlichen Krankenhauses. In den letzten Jahren hat er sich zu einem treuen Freund entwickelt. Trotz eines Altersunterschiedes von fast zwanzig Jahren, kann man sagen, dass sie ziemlichen beste Freunde waren. Abends gingen sie ab und an zusammen ein Bier trinken oder gingen mit ihren Frauen ins Kino. Einfach alles was ihnen Freude bereitete. Georg kannte er nur gut gelaunt und für nahezu jede Situation hatte er einen Witz parat. Aber heute schien es anders zu sein. Er sah besorgt aus und als Roman ihn musterte, fiel ihm sofort seine Kleidung auf. Der sonst so weiße Arbeitskittel war mit dunklen Flecken übersät. Allein sein linker Ärmel war zur Hälfte mit der Farbe bedeckt. Ihm war bewusst, dass es sich hier nur um Blut handeln konnte. Die Menge war aber viel zu viel für eine einfache Verletzung. Es musste etwas schlimmes passiert sein. Aber was konnte es sein? Roman wurde neugierig, spannte aber auch leicht an. Unter leichten Zwang wandte er sich seiner Schülerschaft zu und kündigte seine kurze Abwesenheit an. Mit dem Versprechen gleich wieder da zu sein.

Roman wusste, dass Georg ihn nicht ohne Grund mitten am Tag aufsuchen würde. Vor allem nicht während der vorgeplanten Unterrichtszeit. Mit leicht unruhigen Gefühl verließ er das Klassenzimmer und schlossen die Tür hinter sich. Er hätte sich gern an der leicht angewärmten Türklinke festgehalten, aber die nächsten Minuten durfte ihn nichts ablenken. Roman musste mit vollem Verstand und Bewusstsein da sein um das aufnehmen zu können, was ihn Georg gleich berichten würde. Ein besorgter Blick traf seinen Gegenüber. Somit gab er ihm das Signal seine Botschaft zu verkünden. “Es geht um Magda”, sagt Georg und fuhr fort. “Einer der Schüler hat Magda im Vorratsraum gefunden und zwar bewusstlos. Wir konnten feststellen, dass sie mit einem spitzen Gegenstand attackiert wurde. Ein Dolch um genau zu sein. Sie…”"Wie schlimm sind die Verletzungen?”, unterbrach Roman ihn. Georg seufzte leicht, holte noch einmal tief Luft und antworte “Sie trägt am Rücken eine tiefere Stichwunde. Wir können von Glück sprechen, dass die Wunde nicht zu tief ist. Ansonsten hätten lebensnotwendige Organe darunter leiden können”. Bevor Georg fortfuhr legte er ein leichtes Lächeln auf seine Lippen um Roman zu signalisieren, dass er und seine Kollegen alles im Griff haben. “Magda liegt auf der Intensivstation. Leider ist sie noch nicht ansprechbar. Aber angesichts der aktuellen Lage kann ich dir versprechen, dass es ihr gut geht”.

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