Eine verhängnisvolle Nacht (Drama, P12)

Es war ein einsamer und dunkler Abend. Rose machte es sich auf dem Polster bequem. Sie und ihr Mann Edward sind vor einem Monat in das schon länger leerstehende Anwesen Winstonborough eingezogen. Das Grundstück wurde im großen Stil erbaut und besaß viele Räumlichkeiten. Jeder dieser Räume bot eine Menge Platz. Aus diesem Grund befanden sich einige deckenhohe Regale im Wohnzimmer. Sie wurden mit unzähligen Büchern gefüllt und an einigen Stellen fanden sich auch Kleinigkeiten wieder. Der lodernde Kamin spendete im Herbst genug Wärme, sodass Rose keine Decke benötigte. Dennoch konnten die Flammen aus dem Kamin ihr nicht ausreichend Licht spenden. Mit einem Handgriff betätigte sie den Schalter der Stehlampe, welche neben dem Sofa stand. Rose hoffte, dass sich das Unwetter draußen nicht erschwerte. Edward war seit drei Tagen auf Geschäftsreise außerhalb der Stadt unterwegs. Und heute Nacht sollte er zu ihr wiederkehren. Rose wusste nicht genau was er machte. Aber solange er genug Geld mit nach Hause brachte, wollte sie sich auch darum keine Gedanken machen. Rose platzierte ihre Beine auf dem Sofa, sodass ihre Zehenspitzen das Ende erreichen konnten. Sie griff nach der gebundenen Gedichtsammlung, welche sie sich bereits am Nachmittag bereit gelegt hatte und lehnte sich zurück.

Eine halbe Stunde ist vergangen und Rose war mit Lesen vertieft. Ohne das Buch aus den Augen zu lassen, beugte sie sich zum Beistelltisch und griff nach dem halbvollen Glas Rotwein. Sie trank einen Schluck. Aber anstatt das Glas wieder zurückzustellen, behielt sie es in der Hand. Stattdessen legte sie ihr Buch zur Seite und starrte in die hitzige Feuerquelle vor sich. Rose wusste nicht genau, ob es am Alkohol lag, aber sie musste erneut an ihren Mann denken. Sie waren nun sieben Jahre miteinander verheiratet und haben sich damals an der Universität kennengelernt. Damals gab es nichts und niemanden, was sie beide auseinander bringen könnte. Streit und Auseinandersetzungen gab es selten und wenn wurden sie innerhalb kürzester Zeit geklärt. Aber seitdem Edward einem neuen Jobangebot nachging, hat sich gefühlt alles verändert. Sie fanden immer wenige Zeit füreinander. Sie gingen sich aus dem Weg und schwiegen sich an. Rose war dieses Verhalten bereits vor vier Monaten aufgefallen. Sie hat es aber nie angesprochen. Immer wenn sie einen Versuch starten wollte, wies Edward vehement ab. Er sei beschäftigt und sie solle es sich für später aufheben. Sie hat sich noch zweimal bemüht dieses Thema anzubringen. Aber ihr kam es immer wieder so vor, als würde sie anstatt mit ihm, gegen eine Betonwand sprechen. Damit fing Rose auch an Gründe für ihre Situation zu suchen. Anfangs beruhigte sie sich selbst indem sie sich einredete, dass er nur unter Stress leide und ihn das ziemlich mitnehme. Doch seine Launen wechselten tagtäglich. An einem Abend kam er mit einem betrübten, leicht zornigen Blick nach Hause und gleich am nächsten Tag strahlte er voller Freude. Roses Gedanken gingen schlussendlich soweit, dass sie eine Affäre vermutete. Vielleicht fuhr er auch gerade wirklich durch das Land mit einer anderen Frau auf dem Beifahrersitz.

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