Finn - Kapitel 9 (Mystery, Horror, P12)

Mitten in der Nacht wachte Finn mit einem Tränen durchströmten Gesicht auf. Es war ein Albtraum. Finn durchlebte Vivians Geschichte und beobachtete wie sie in den Krankenwagen gebracht wurde und schlussendlich im Krankenhaus starb. Wieder fühlt sich alles so real an, aber dieses Mal wusste Finn, dass es sich hierbei nur um einen Traum handelte. Vor Finns Augen spielten sich wieder die Szenen des Feuers ab. In ihren Ohren hörte sie die lauten Hilfeschreie der Zwillinge. Finn musste etwas tun und zwar jetzt und sofort. Sie stand auf, zog ihre Schuhe und Jacke an und verließ das Haus nach mittlerweile eineinhalb Wochen. Was mit einem Spaziergang in der Gegend begann endete mit einem Stopp an der großen Hängebrücke, welche tagtäglich viele Autos in und aus der nächstliegenden Stadt brachten. Unter der Brücke floss ein großer, tiefer Fluss. Inmitten von Finns zahlreichen Gedanken, konnte sie aber nicht klarmachen, welches Gewässer unter ihr ihren Weg hatte. Finn ging zum Geländer und betrachtete für ein paar Minuten den Vollmond. Der Nachthimmel war mit zahlreichen Sternen besprenkelt. Damals hatte Finns Großmutter Edith ihr immer erzählt, dass jeder einzelne Stern ein verstorbener Menschen ist und sie jede Nacht nach ihren Liebsten suchen. Bis zum Tod ihres Großvaters hatte Finn diese Geschichte nie geglaubt, aber seit diesem Ereignis blickte sie immer aus ihrem Schlafzimmerfenster heraus und suchte nach ihm. Manchmal konnte Finn sogar ihren Großvater Günther im Himmel sehen. Sein Stern leuchtete sehr hell, aber heute konnte sie ihn nicht finden. Dennoch fielen Finn vier Sterne auf, die abseits der anderen positioniert waren. “Das kann doch nicht…”, hauchte Finn leicht. Finn musste kurz auflachen und richtete ihren Blick zu den vier einzelnen Sternen. “Ihr kommt mich zu holen, richtig? Ich weiß ja selbst, dass es keinen anderen Weg gibt”, sprach Finn zu ihnen. Finn schaute hinter sich um zu schauen, ob noch jemand bei ihr war. Es war niemand außer Finn da und daher kletterte sie über das Geländer und hielt sich mit beiden Händen im Rücken an der Metallstange fest. Finn schaute über sich und betrachtete noch einmal die Sterne und richtete ein “Es tut mir leid” an sie. Finns Stimme hatte sich nun in eine leicht wehmütige Stimmlage verändert, da auch sie langsam realisierte, was sie gerade tat. Sie holte noch einmal tief Luft und ließ das Geländer los. Im Flug breitete Finn die Arme aus und fiel mit der Vorderseite des Körpers in das Wasser.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Feedback

Nur ein One-Night-Stand? - Kapitel 1 (Drama, Romance, FemSlash, P12)

Nur ein One-Night-Stand? - Kapitel 2 (Drama, Romance, FemSlash, P12)