Maya und der Fremde - Kapitel 2 (Romance, P6)
Langsam näherte sie sich dem Fremden und sprach ihn an. “Guten Abend der Herr. Wo ist denn Ihre Begleitung?”. Ohne erschreckt zusammenzuzucken, sah er sie an. “Es mag Sie zwar ein wenig überraschen, aber ich bin heute Abend alleine hier. Ich habe die Eintrittskarte von einer Bekannten erhalten, welcher leider verhindert war”, antwortete er Maya und schenkte ihr ein Lächeln. “Und darf ich ebenso nach Ihrer Begleitung fragen? Eine so junge, hübsche Frau darf man doch abends nicht alleine lassen. Sie wissen doch wie gefährlich ein abgelegener Ort sein kann und welche Kreaturen nachts durch die Straße schleichen”, fuhr er fort. Wenige Sekunden später fragte er sie erneut, “Entschuldigung? Aber sind Sie wirklich ohne Begleitung hier?”. ”Oh, bitte entschuldigen Sie”, lachte Maya kurz auf, “Ich war gerade so sehr in meinen Gedanken vertieft, dass ich keinen Ihrer Worte vernehmen konnte”, lenkte sie ein. Es waren nicht nur die Gedanken, die Maya davon abgehalten haben klar denken zu können. Ihr Blick war auf sie seine Lippen fixiert, welche sich mit jedem einzelnen Wort bewegten. “Ich bin in der Tat allein hier”, fuhr Maya fort und richtete ihren Kopf wieder gerade in Richtung ihres Gesprächspartners. “Meine eigentliche Begleitung hat sich leider den Knöchel bei einem Fahrradunfall verstaucht. Wir wollten unseren Mädelsabend mal ein wenig eleganter verbringen. Aber nun bin ich ohne Begleiter hier”. Maya schaute ihrem Gegenüber in die Augen und fragte mit einem einladenden Lächeln, “Vielleicht darf ich heute Abend Ihre Begleitung sein und Sie meine?”. “Das klingt nach einem Plan”, stimmte er sofort zu. “Möchten Sie eventuell tanzen? Ich muss Sie aber vorwarnen, ich bin ein miserabler Tänzer”, fragte er Maya und streckte ihr seine rechte Hand entgegen. Maya legte wortlos ihre Hand in seine und wartete darauf inmitten des Saales geführt zu werden. Ihr Begleiter hingegen zog ihre Hand aber näher an sich. “Ihre Nägel sind schön. Diese dunkelblaue Farbe passt exzellent zu Ihrem traumhaften Kleid”. Verwirrt von seiner Aussage schaute Maya an sich herunter. Sie trug ein langärmeliges, nachtblaues Kleid. Bis zu ihren Knien war sie mit einem Organza-Stoff umhüllt. Es war nicht unbedingt ein Ballkleid gewesen, aber durch die goldenen Monde und der unzählig vielen Sterne, zählte es mit zu Mayas Lieblingskleidern. Nachdem sie sich selbst noch einmal musterte, räusperte sich Maya und antwortete ihm mit einem “Danke, das freut mich zu hören”. Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, spürte sie wie ihr Körper eine Drehung machte. Maya wurde von ihrer neuen Bekanntschaft in die tanzende Menschenmasse gezogen. Ihre Beine kamen zum Stillstand und sie beide standen sich wieder gegenüber. Sie war immer noch verwirrt, was sich gerade abspielte. Maya bemerkte, dass ihre andere Hand bewegt wurde. Sie lag nun auf seiner Schulter. Als er seine andere Hand an ihrer Taille platzierte, wachte Maya aus ihrer Trance auf. “Ist alles gut?”, fragte er sie ein wenig besorgt, “Wenn Sie auf einen Tanz verzichten möchten, dann ist das kein Problem”. Maya nickte kurz und lächelte ihn an. “Nein, alles gut. Ich glaube der Alkohol fängt bereits an zu wirken. Ich möchte gern mit Ihnen tanzen”. Anstatt noch ein weiteres Wort zu verlieren, schmiegte er sich leicht an Maya und ließ seine Hand auf ihren Rücken gleiten. Und so tanzten sie für einige Stunden zu der langsamen Musik.
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