Finn - Kapitel 2 (Mystery, Horror, P12)

Finn wusste nicht wie lang der Weg schon war, aber es kamen einen wie Stunden vor. Und auch diese merkwürdige Spur aus Knochen nahm kein Ende. War das jetzt nun noch spannend oder wird das langsam alles immer öder, fragte sich Finn innerlich. Als hätte jemand diesen Gedanken gehört, erhellte sich schleichend das steinige Gewölbe. Finn konnte nun einen kleinen Lichtpunkt erkennen. War das etwa der andere Ausgang der Höhle? Mit neuem Elan marschierte Finn weiter Richtung Höhlenende bis etwas zu hören war. Finn konnte das Geräusch sofort ausmachen, es war ein Rauschen. Draußen musste sich ein Meer oder etwas ähnliches befinden. Endlich konnte Finn die Höhle hinter sich lassen und ein Gefühl der Freude kam auf.

Noch ein paar Schritte weiter und Finn hatte es geschafft und konnte nun auf ein großes Meer blicken. Für einen Moment musste Finn stehen bleiben, da der stundenlange Fußmarsch sehr an den Kräften gezehrt hat. Bevor es weiterging schaute sich Finn die Gegend von einem Fleck aus an und stellte fest, dass die Wellen des Meeres gar nicht auf Schnee trafen, sondern auf Sand. “Der Wald war doch voller Schnee! Wieso liegt hier jetzt Sand?”, wunderte sich Finn lautstark. Es war auch auf einmal nicht mehr so kalt gewesen. Finn konnte den eigenen Körper nicht mehr trauen. Um es sich selbst zu beweisen trat Finn dem Meer näher und bückte sich um eine Hand ins Wasser zu tauchen. Die Hand fühlte sich tatsächlich nass an und der Boden unter den Füßen war auch wirklich Sand gewesen. Drehte Finn jetzt völlig am Rad? Konnte Finn Fiktion von der Realität nicht mehr trennen? Aber das sollte nicht das Ende der Zweifel werden. Denn ein lautes Kreischen ließ Finn aufschrecken und paranoid durch die Gegend schauen. Nichts war zu sehen, was so einen Ton hätte erzeugen können. Um wieder zur Ruhe zu kommen wandte sich Finn wieder dem Meer und starrte geradeaus in die Ferne. Und da entdeckte Finn es. Ein Felsen mitten im Meer. Und etwas saß auf den Felsen. Vom weiten erinnerte dieses Etwas an einen Menschen. Eine hellhäutige Person mit einer langen, dunklen Kopfbedeckung. Finn rieb sich ungläubig die Augen. Es machte überhaupt nichts mehr Sinn. Und nun bewegte sich dieses Lebewesen da vorne auch noch. Wollte es Finn etwa zu sich ins Meer locken? Aber scheinbar hatte Finn selbst keine Wahl mehr, denn der Körper begann sich zu bewegen. Wie in Trance ließ Finn die Taschenlampe neben sich fallen und die Füße gingen langsam Richtung Meer. Bis sie erst allein in Wasser gehüllt waren, dann der gesamte Unterleib bedeckt war und schlussendlich nur noch der Finns Kopf die Luft aufnehmen konnte. Das Ziel befand sich direkt vor Finns Nase und beide Hände versuchten nun den rätselhaften Felsen zu ergreifen. Japsend schrie Finn auf, “Geschafft!” und klammerte sich eifrig an das große Gestein. Zurück in den eigenen Gedanken, schnappte Finn nach Luft und schaute sich um. “Hier ist wirklich nicht mehr als Wasser und dieser Felsen”, stellte Finn fest und drehte den Kopf Richtung Felsenspitze. Mit einem Mal schaute Finn den Kopf einer schwarzen Kreatur an. Schockiert ließ Finn aus Reflex das poröse Gestein los und fiel nach hinten. Ohne richtig zu schwimmen, fuchtelte Finn mit den Armen um sich herum um wieder hochtreiben zu können. Leider machte die Erschöpfung des Körpers einen Strich durch die Rechnung und Finn glitt immer weiter in die Tiefen des Meeres. Finn spürte, dass jemand oder etwas das Handgelenk umfasste und nicht los las. Langsam verlor Finn die Kontrolle über den eigenen Körper und gab widerwillig auf. Vor Finns Augen wurde es schwarz.

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